Fragst Du Dich immer noch, warum wir WordPress vermeiden?

Wir wollen WordPress vermeiden.

Nicht aus technischen Gründen. Nicht wegen absurd vieler Sicherheitslücken, Plugin-Wildwuchs oder weil wir etwas gegen PHP-Code haben, der seit 2007 offenbar ausschließlich durch Gebete zusammengehalten wird.

Nein.

Wir vermeiden WordPress aus Gründen des Schutzes der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Denn WordPress ist kein Content-Management-System.

WordPress ist eine expansionistische Weltanschauung mit Administrationsoberfläche.

Was harmlos mit „Ich möchte nur schnell eine kleine Website machen“ beginnt, endet wenige Wochen später in einem ideologisch völlig enthemmten Plugin-Fundamentalismus.

Der typische Krankheitsverlauf

Am Anfang installiert der Betroffene WordPress.

Dann Elementor.

Dann Elementor Pro.

Dann Yoast.

Dann irgendeinen Cookie-Banner.

Dann 37 weitere Plugins, deren Funktion niemand mehr kennt.

Und irgendwann steht er nachts um halb drei vor Deinem Haus und zischt durch den Briefschlitz:

„Dafür gibt es ein Plugin!“

Spätestens jetzt ist professionelle Hilfe praktisch aussichtslos.

Die Betroffenen verlieren zunehmend den Bezug zur Realität. Begriffe wie „Datenmodell“, „Deployment“, „Redaktionskonzept“ oder „Softwarearchitektur“ lösen bei ihnen Verwirrung, Aggressionen und gelegentlich unkontrolliertes Theme-Installieren aus.

Ihr Credo lautet:

Wer WordPress hat, braucht kein Wissen.

Ein paar vollkommen unkontrollierte Klicks, ein Theme für 59 Dollar und zwölf Stunden später ist sie fertig:

die Website.

Sie sieht genauso aus wie die Website des Zahnarztes.

Und wie die des Yogastudios.

Und wie die des Steuerberaters.

Und wie die des örtlichen Bestattungsunternehmens.

Oben ein riesiges Foto.

Darauf weiße Schrift:

WELCOME TO OUR PASSION.

Darunter drei Kästchen mit Icons.

Rakete.

Glühbirne.

Handschlag.

Niemand weiß warum.

Doch WordPress will mehr

Der WordPress-Fundamentalist begnügt sich nämlich nicht mit seiner eigenen Installation.

Er missioniert.

„Warum nehmt ihr nicht WordPress?“

„Das kann WordPress auch.“

„Netflix könnte man bestimmt auch mit WordPress machen.“

„SAP könnte eigentlich WordPress sein.“

„Die europäische Flugsicherung? Zwei Plugins.“

„Bundesbank? WooCommerce.“

„Teilchenbeschleuniger CERN? Custom Post Type.“

Sie wandern mit Fackeln am Abend umher und rufen: "Wirr ist das Volk"

Das langfristige Ziel ist eindeutig:

die vollständige WordPressifizierung des Planeten.

Staaten werden abgeschafft und durch Multisite-Installationen ersetzt.

Das Grundgesetz wird zum Custom Post Type.

Wahlen erfolgen über Contact Form 7.

Die Bundeswehr läuft als WooCommerce-Erweiterung.

Und wer widerspricht, bekommt keine Kugel.

Er bekommt etwas Schlimmeres:

Administratorrechte in einer WordPress-Installation mit 94 ungepatchten Plugins.

Die imperialistische Phase

Ab einem gewissen Stadium akzeptiert der WordPress-Fundamentalist keine anderen Systeme mehr.

Drupal?

Ketzer.

Joomla?

Archäologie.

TYPO3?

Erzfeind.

Denn TYPO3 verlangt etwas, das innerhalb der WordPress-Ideologie als zutiefst unmenschlich gilt:

Man muss ungefähr wissen, was man tut.

Das ist natürlich unerträglich.

Während der TYPO3-Entwickler über Datenstrukturen, Berechtigungskonzepte, Deployment und langfristige Wartbarkeit nachdenkt, hat der WordPress-Imperialist bereits fünf Plugins installiert, zwei davon wieder gelöscht, die Datenbank beschädigt und anschließend in einem Forum geschrieben:

„TYPO3 ist viel zu kompliziert.“

Erste medizinische Beobachtungen

Unbestätigten Berichten zufolge wurden inzwischen sogar spontane Selbstentzündungen beobachtet.

Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang mit gleichzeitig aktivierten Caching-Plugins.

Die WordPress Foundation dementiert.

Natürlich.

Deshalb sagen wir Nein.

Nein zur Plugin-Herrschaft.

Nein zur Theme-Diktatur.

Nein zum Elementor-Imperialismus.

Nein zur geistigen Unterwerfung unter den großen orangefarbenen Button mit der Aufschrift:

UPDATE ALL PLUGINS

Wir verteidigen die Vielfalt der Systeme.

Die Freiheit des Denkens.

Das Recht auf Datenmodelle.

Und die Überzeugung, dass eine professionelle Website vielleicht doch etwas mehr sein darf als ein Theme, ein Pagebuilder und 46 Plugins, von denen eines seit 2021 nicht mehr gepflegt wird.

Ihr könnt uns drohen.

Ihr könnt uns missionieren.

Ihr könnt uns erklären, dass „WordPress inzwischen wirklich alles kann“.

Ihr könnt mit Elementor vor unseren Toren stehen.

Es wird nichts ändern.

Fickt euch, ihr WordPress-Fundamentalisten.

Wir wollen frei sein. Wir bleiben bei TYPO3.

Und der Rest ist mit der Kunstfreiheit gedeckt.